OVMS (Open Vehicle Monitoring System) ist ein Open-Source-Projekt einer Enthusiasten-Community rund um Open Vehicles, mit dem man Elektro- und Hybridfahrzeuge aus der Ferne überwachen und teilweise auch steuern kann. Im Zentrum steht ein kleines Hardware-Modul, das man selbst ins Auto einbaut.

Was kann man damit machen?
- Live-Daten auslesen: Akkufüllstand (SOC), Reichweite, Temperaturen, Reifendruck, Fahrzeugstandort (GPS) u. v. m.
- Push-Benachrichtigungen, z. B. wenn der Ladevorgang endet/abbricht oder ein Alarm ausgelöst wird
- Je nach Fahrzeug Fernsteuerung möglich: Laden starten/stoppen, Klimatisierung vorheizen/-kühlen
- Zugriff über die offizielle Web-/Smartphone-App – oder per API/MQTT auch in eigenen Programmen bzw. Apps (praktisch für alle, die wie hier den SOC in eine eigene App einbinden wollen)
Das Modul (ESP32-basiert) wird über die OBD2-Buchse mit dem Fahrzeug verbunden, liest dort die Fahrzeugdaten über den CAN-Bus aus und sendet sie an einen Server. Von dort holt man sich die Daten per App, Weboberfläche oder eben per MQTT ab.
Unterstützte Fahrzeuge
Es gibt fahrzeugspezifische Module für sehr viele Modelle – u. a. BMW i3, Renault Zoe/Twizy/Kangoo, Nissan Leaf/e-NV200, Tesla Model S/Roadster, Hyundai Ioniq/Kona/Ioniq 5, Kia e-Niro/Soul EV, VW e-Golf/e-up, smart ED/EQ, Mitsubishi i-MiEV, Mini Cooper SE, Fiat 500e u. v. m., dazu generische Unterstützung über den OBD2-Standard.
Die aktuelle, vollständige Liste (das Projekt wächst laufend) steht in der Doku.
Installation
Die offizielle Doku beschreibt die Ersteinrichtung des Moduls (SIM einlegen, Firmware-Wizard) sowie fahrzeugspezifische Einbau-Guides. Der Einbau erfolgt meist einfach über den OBD2-Stecker, bei manchen Fahrzeugen ist zusätzliche Verkabelung nötig:
docs.openvehicles.com – Installationsanleitung (kurz: Schritt-für-Schritt-Einrichtung per Setup-Assistent, danach fahrzeugspezifischer Einbau)
WLAN oder SIM-Karte – wann braucht man was?
Das Modul hat WLAN und optional ein Mobilfunkmodem (3G/4G, je nach Version):
- Nur WLAN reicht, wenn Abfrage/Steuerung ausschließlich zuhause bzw. in Reichweite eines bekannten WLANs benötigt wird.
- Eine SIM-Karte braucht man, sobald man von unterwegs auf die Daten zugreifen will – also z. B. den Akkustand von unterwegs abfragen, GPS-Tracking/Diebstahlwarnung nutzen oder die App unabhängig vom Heim-WLAN verwenden möchte. Für die meisten Anwendungsfälle (auch für eine eigene App mit SOC-Abfrage von unterwegs) ist die SIM-Karten-Variante also praktisch Pflicht.
Anbindung per MQTT (z. B. für eine eigene App)
OVMS kann seine Metriken (inkl. SOC) direkt an einen MQTT-Broker senden, den man dann in eigenen Programmen abonniert – deutlich komfortabler als das App-API selbst abzufragen. Einen eigenen MQTT-Server bringt OVMS aber nicht mit, man braucht einen Broker:
- OVMS-Doku: MQTT/Home-Assistant-Integration – kurz: Modul → MQTT-Broker → z. B. Home Assistant oder eigene App; als funktionierend bestätigt wird dort explizit EMQX genannt.
- HiveMQ Public Broker – kostenloser, öffentlicher Test-Broker ohne Anmeldung (Daten dort sind öffentlich einsehbar, also nur zum Testen geeignet, nicht dauerhaft für echte Fahrzeugdaten)
- EMQX Public Broker – ebenfalls kostenlos nutzbar, laut OVMS-Doku mit dem Modul bestätigt funktionierend
- turboserv.0-c.de – Community-Broker rund um OVMS, kostenlos nutzbar
- Dexters-Web OVMS-Server – bekannter Community-Anbieter rund um OVMS, bietet laut Forenberichten ebenfalls einen MQTT-Zugang an
Bezugsquellen & Preis
- Offizielle „Buy"-Seite – Übersicht der Vertriebspartner
- OpenEnergyMonitor-Shop (Europa).
- Projekt-Homepage
- Offizielle Dokumentation
- Android-App (Google Play) – neben der offiziellen App gibt es auch Community-Apps wie „OVMS Connect" in den App Stores